Rausch der Freiheit

500 Jahre Bauernkrieg

von Jean-Michel Räber

Fotos: Walter Menzlaw

Gastspiel des Logo des Chawwerusch-Theaters

Dies ist die Geschichte zweier Frauen.
Beide sind sie Außenseiterinnen und Grenzgängerinnen, unangepasst, entwurzelt, abgestempelt. Aber auch sie selbst haben sich außerhalb der Gesellschaft, der Familie, des Dorflebens gestellt.

Die minderjährige Sally ist aus der Psychiatrie abgehauen. Auf der Landstraße trifft sie zufällig auf die alleinstehende Liss, eine Mittfünfzigerin, die alleine einen Bauernhof bewirtschaftet. Sie nimmt die Ausreißerin vorübergehend bei sich auf. Beide reden nicht viel, denken sich aber ihr Teil. Da Liss Sally in Ruhe lässt, weder erziehen noch bessern will, bleibt die junge Frau auf dem Hof. Sie beginnt, selbst zuzupacken, liest Kartoffeln, pflückt alte Obstsorten, öffnet ihre Sinne und sich selbst. Auch Liss findet langsam Worte für ein dunkles Geheimnis, das sie in sich trägt und umtreibt.

Dies ist die Geschichte zweier Frauen.
Beide sind sie Außenseiterinnen und Grenzgängerinnen, unangepasst, entwurzelt, abgestempelt. Aber auch sie selbst haben sich außerhalb der Gesellschaft, der Familie, des Dorflebens gestellt.

Die minderjährige Sally ist aus der Psychiatrie abgehauen. Auf der Landstraße trifft sie zufällig auf die alleinstehende Liss, eine Mittfünfzigerin, die alleine einen Bauernhof bewirtschaftet. Sie nimmt die Ausreißerin vorübergehend bei sich auf. Beide reden nicht viel, denken sich aber ihr Teil. Da Liss Sally in Ruhe lässt, weder erziehen noch bessern will, bleibt die junge Frau auf dem Hof. Sie beginnt, selbst zuzupacken, liest Kartoffeln, pflückt alte Obstsorten, öffnet ihre Sinne und sich selbst. Auch Liss findet langsam Worte für ein dunkles Geheimnis, das sie in sich trägt und umtreibt.

Dies ist die Geschichte zweier Frauen.
Beide sind sie Außenseiterinnen und Grenzgängerinnen, unangepasst, entwurzelt, abgestempelt. Aber auch sie selbst haben sich außerhalb der Gesellschaft, der Familie, des Dorflebens gestellt.

Die minderjährige Sally ist aus der Psychiatrie abgehauen. Auf der Landstraße trifft sie zufällig auf die alleinstehende Liss, eine Mittfünfzigerin, die alleine einen Bauernhof bewirtschaftet. Sie nimmt die Ausreißerin vorübergehend bei sich auf. Beide reden nicht viel, denken sich aber ihr Teil. Da Liss Sally in Ruhe lässt, weder erziehen noch bessern will, bleibt die junge Frau auf dem Hof. Sie beginnt, selbst zuzupacken, liest Kartoffeln, pflückt alte Obstsorten, öffnet ihre Sinne und sich selbst. Auch Liss findet langsam Worte für ein dunkles Geheimnis, das sie in sich trägt und umtreibt.

Freiheit! Unter diesem Banner ziehen Bürger*innen, Bauern und Geknechtete durchs Land. Sie marschieren endlich gegen ihre Unterdrücker, gegen Adel und Kirche. Im Jahr 1525 scheint eine andere Welt greifbar. Freiheit – ein Gedanke, ein fliegender Funke war in der Welt. Das Stück folgt diesem Funken bis heute und gibt gleichzeitig den vergessenen Kämpfer*innen von damals ein Gesicht.

Da ist zum Beispiel der Bauer Jakob, der in einer Flugschrift von den Unruhen der Bauern in der Pfalz liest. Ihre Freiheitsziele ziehen ihn in ihren Bann. In einer Nacht wurde in Nußdorf aus einer starken Gemeinschaft eine überzeugte Bewegung und ein schlagkräftiger Haufen. Jakob will dazustoßen und mit dem Nußdorfer Haufen kämpfen. Aber ist Gewalt die einzige Möglichkeit?

Die strategische Mitkämpferin Else rät stattdessen: „Recht statt Blut!“ – die Bauern sollen vor Gericht ziehen und sich auf das Gesetz berufen, denn ihnen steht sehr viel mehr zu, als ihnen die Obrigkeit gewährt.

Im 500. Jahr nach Ausbruch der Bauernkriege sucht das Chawwerusch Theater in seinem neuen Freilichtstück danach, was dieser erste große deutsche Volksaufstand heute noch bedeutet. Es stellt die Frage, wann Revolution gerechtfertigt ist. Und was zusammen kommen muss, damit der Ruf nach Freiheit und nach Rechten unüberhörbar wird. Wie kann ein Funke an einem Tag kraftlos verglühen und an einem anderen ein Feuer der Veränderung entfachen?

Ein Stück über den Traum von Veränderung – und den Preis, den Revolutionen fordern.

Spannende, fast krimihafte Elemente, leise und lichte Momente, hochdramatische Ereignisse und hoffnungsvolle Augenblicke wechseln sich ab. „Alte Sorten“ zeigt zugleich mit starken rauen Tönen und sanfter Stille die berührende Annäherung und Entwicklung zweier einsamer, aber auch freiheitsliebender Frauen.

Der Autor Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren, studierte englische und amerikanische Literatur sowie Geschichte und publiziert seit Beginn der neunziger Jahre. Er ist Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Von „Alte Sorten“, erschienen 2019, sind weit über eine Viertelmillion Exemplare allein im deutschsprachigen Raum verkauft worden. Als Taschenbuch war es Jahresbestseller der SPIEGEL-Bestsellerliste 2020 und 2021; zusammen mit „Der große Sommer“, der im Jahr 2021 ebenfalls Jahresbestseller wurde.

Autor und Verlag gestatteten freundlicherweise dem Chawwerusch Theater die Dramatisierung und Uraufführung des Romans „Alte Sorten“:

Uraufführung war am 23. September 2022
Stückdauer: ca. 90 Min., keine Pause

Es spielen: Felix S. Felix, Ann-Kathrin Kuppel
Buch: Ewald Arenz
Regie und Bühnenfassung: Walter Menzlaw
Bühnen- und Kostümbild: Franziska Smolarek
Ton: Karl Atteln
Rechte: DuMont Verlag, Köln, 2019, Aufführungsrechte vermittelt durch schaefersphilippenTM, Theater und Medien GbR, Köln

Gefördert durch durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR vom deutschen Bühnenverein.

 

Stückdauer ca. 115 Min., zzgl. Pause

Mit: Danilo Fioriti, Yaroslava Gorobey, Alexander Müßig, Stephan Wriecz
Buch: Jean-Michel Räber nach Improvisationen des Ensembles
Regie: Susanne Schmelcher
Bühnen- und Kostümbild: Sarah Sauerborn
Dramaturgie: Danilo Fioriti und Monika Kleebauer
Komposition
: Nina Wurman
Regieassistenz: Martha Eichhorn
Ausstattungshospitanz: Sylvia Ortlieb
Produktionsleitung: Danilo Fioriti
Technik: Augusto Madrigal Sanchez